Baumhaus im Langener Bannwald

Staatsgewalt gegen Walderhalt

Seit dem Bekanntwerden einer neuen Allgemeinverfügung gilt die Waldbesetzung im Langener Bannwald als akut räumungsbedroht. Nun melden sich Menschen aus dem Banny zu Wort:

Seit einigen Tagen herrscht bedrückte Luft und Hitze im Wald. Auch weil es seit dem 14.08. eine neue Allgemeinverfügung der Stadt Langen / neue Auflagen gegen unseren Protest gibt. Zum Glück hat es zumindest mal ordentlich geregnet und die Gemüter abgekühlt, der heutige morgen riecht nach feuchter Erde, einem milden Sommertag und nach frischer Hoffnung.

Beim Frühstück grübeln wir über die Forderungen der Stadt Langen und dass die Versammlung per Veröffentlichung einer Allgemeinverfügung im Internet ab dem 15.08.2026 aufgelöst wäre. Was das konkret für unseren Protest bedeutet, bleibt abzuwarten. Jedoch heißt das, dass eine Räumung jederzeit stattfinden könnte. Und das während direkt vor uns der Grund unseres Protestes zu sehen, zu hören, machmal auch zu riechen und zu schmecken ist: Sehrings Kiesgrube gräbt sich mit Tempo durch die Landschaft und zerstört unseren Wald.

Wir empfinden die meisten in der Allgemeinverfügung erhobenen Vorwürfe als sehr verzerrt und nicht haltbar. Auch wenn gewisse Vorwürfe und Ängste nachvollziehbar sind, ärgert uns die Diffamierung unseres Protests. Es soll der Anschein erweckt werden, wir würden uns gar nicht wirklich für den Wald und dessen Schutz interessieren, als hätte die Besetzung nur noch einen “Eventcharakter” und keine politisch tiefgreifenden Ziele, als würde uns der Erhalt des Waldes nicht wirklich am Herzen liegen, als wollten wir den Wald für uns privatisieren und nicht eigentlich für alle Menschen zurückerobern. Diese Diskursverschiebung machen wir nicht länger mit!

Diese Diskursverschiebung machen wir nicht länger mit!

Wir konnten vom ersten Tag an sehen, wie die Stadt Langen die Neubesetzung im Mai, eine friedliche Versammlung unter freiem Himmel, nach 2 Tagen mit Polizeigewalt räumen wollte. Die Räumung wurde noch am gleichen Tag durch einen Eilantrag von uns von einem Gericht aus als rechtswidrig eingestuft und gestoppt. Zudem wurden die Plattformen und Baumhäuser im Langener Bannwald als legitime Protestmittel gegen Kiesabbau und Waldrodung vom Gericht anerkannt. Die Forderung nach Brandschutz sehen wir in den gestohlenen Gaskochern, Kochtöpfen & Lebensmitteln eher als Schikane und nicht als ernstgemeinten Waldschutz.

Und so ist die Waldbesetzung „Banny bleibt“ weiterhin eine friedliche Versammlung unter freien Himmel nach Grundgesetz und mit jeder Menge Kundgebung: Neben mehreren Infoständen auf der Sommerwerft und diversen Festen, haben wir Flyer und ein Zine gedruckt und reden jeden Tag mit interessierten Menschen.

Der Walderhalt ist unsere oberste Priorität, unser höchstes Traumhaus, unser Wunsch bei jeder gesichteten Sternschnuppe. Wir sind sehr besorgt um Dürre, Hitze, Waldsterben und dem Raubbau an der Natur.

Miau!

Momentan sind keine Cops da und alles ist ruhig. Dies könnte sich aber jeden Tag ändern. Schreibt euch die EA-Nummer auf wenn ihr in den Wald kommt, reist bestenfalls nicht allein an und passt auf euch auf!

Wir sind hier und wir freuen uns über jede baumige Seele!

Bis banny, bis Wald


Mehr über die Waldbesetzung im Banny unter wald-statt-asphalt.net/banny

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