Neue Waldbesetzung im Langener Bannwald illegal geräumt

Am morgen des 21.05.26 begann die Polizei mit der Räumung der gerade einmal zwei Tage alten Neubesetzung des Langener Bannwaldes. Nachdem schon fast alle Aktivist*innen von den Bäumen geholt wurden, wurde die Räumung gerichtlich gestoppt.

Seit dem 19. Mai ist der Langener Bannwald neu besetzt. Nachdem die erste Waldbesetzung Ende letzten Jahres von einem Polizei-Großaufgebot mit schwerem Gerät geräumt wurde und der ehemals besetzte Teil des Waldes kurze Zeit später dem Erdboden gleich gemacht wurde, besetzten Aktivist*innen nun den angrenzenden Teil des Waldes, der als nächstes dem Kiesabbau zum Opfer fallen soll.

Bereits am ersten Tag der Besetzung hatte die Polizei eine schnelle Räumung angekündigt, was angesichts geltender Gesetze zunächst wie eine leere Drohung wirkte. Denn eine Waldbesetzung stellt immer auch eine politische Versammlung dar, und die kann nicht ohne driftigen Grund verboten werden. Nichts desto trotz rückte am morgen des 21. Mais ein großes Polizeiaufgebot in den Wald und verkündete, dass die Besetzung per Allgemeinverfügung verboten worden sei. Unmittelbar danach begann die Räumung.

Bereits im Vorfeld war die Polizei äußerst repressiv aufgetreten. Trotz der angemeldeten Dauermahnwache in unmittelbarer Nähe zur Waldbesetzung kam es immer wieder zu eindeutigen Rechtsbrüchen seitens der Polizei, die weder berechtigt ist, Menschen anlasslos daran zu hindern, an einer angemeldeten Versammlung teilzunehmen, noch auf dem Weg zu dieser ihre Identität festzustellen. Dennoch wurden Menschen, die sich der Versammlung näherten drangsaliert und mitunter wie Kriminelle behandelt, wie etwa der Rodgauer Stadtverordnete Rafael Striebel (Die Linke) auf seinem Instagram-Kanal berichtete. Selbst unbeteiligte Spaziergänger*innen mussten mit Personenkontrollen rechnen.

Auch während der Räumung der kleinen Waldbesetzung nahm die Polizei keinerlei Rücksicht auf Verluste. So wurde etwa eine Plattform abgeschnitten, während sich noch Aktivist*innen auf dieser befanden. Dabei wurde die Sicherheit der Menschen mutwillig aufs Spiel gesetzt.

Am späten Nachmittag wurde die Räumung schließlich abrupt abgebrochen. Grund dafür war ein Eilantrag gegen die Allgemeinverfügung dem schließlich gerichtlich stattgegeben wurde. Das Gericht äußerte starke Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Antrags, der die Auflösung der Versammlung hauptsächlich mit Verweisen auf die Ende 2025 geräumte, erste Bannwaldbesetzung begründete. Offenbar tat sich die Stadt Langen, die eine weitere große Waldbesetzung und die damit verbundenen Räumungskosten offenbar um jeden Preis verhindern will, schwer damit, ihr Vorgehen zu begründen.

Vor allem aber das Unternehmen Sehring, das den Wald Stück für Stück roden lässt um den darunterliegenden Sand und Kies zu gewinnen, dürfte großen Wert auf eine schnelle Räumung gelegt haben. Schließlich dürfte bereits die letzte Waldbesetzung zu Verzögerungen und entsprechenden Gewinneinbußen geführt haben.

Ob die Stadt Langen heute in reinem Eigeninteresse handelte oder von Sehring zu der illegalen Polizeiaktion gedrängt wurde sei dahin gestellt. So oder so stellte das heutige Vorgehen der Polizei im Langener Bannwald eine grobe Verletzung des Versammlungsrechts und damit des Rechts auf freie Meinungsäußerung dar.

Und nun? Die neuen Baum-Plattformen wurden zwar im Zuge der Räumung zerstört aber der Wille der Waldbesetzer*innen, den Langener Bannwald vor der Zerstörung durch Sehring zu verteidigen ist ungebrochen. Für sie steht weiterhin fest: Banny bleibt!


Mehr über den Protest im Langener Bannwald unter https://wald-statt-asphalt.net/bannwald-langen/

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