Baruth sagt Nein: Protest gegen Red-Bull-Ausbau
Aktuelle Bedrohungslage
Bebauungsplan vorlĂ€ufig auĂer Kraft gesetzt
31.01.2026 Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat im Wege einer so genannten âZwischenverfĂŒgungâ den Bebauungsplan vorlĂ€ufig bis zum 16.02.2026 auĂer Kraft gesetzt.
In der brandenburgischen Kleinstadt Baruth regt sich entschiedener Widerstand gegen den geplanten Ausbau der AbfĂŒllanlage von Red Bull und dem Fruchtsafthersteller Rauch. Was als industrielle Modernisierung prĂ€sentiert wird, ist fĂŒr viele ein ökologischer RĂŒckschritt â zulasten von Wasser, Wald und demokratischer Mitbestimmung.
Kern der Kritik ist der hohe Wasserverbrauch: Die neue Konzernstruktur sichert sich nahezu die gesamte Fördermenge der artesischen Urstromquelle â einem besonders reinen Grundwasservorkommen, das eigentlich auch die Region versorgen soll. Schon heute schöpfen Red Bull und sein AbfĂŒller Rauch fast die maximal genehmigte Menge von zwei Millionen Kubikmetern jĂ€hrlich aus â mehr als 90 Prozent der verfĂŒgbaren Ressource. Und das, obwohl die wasserwirtschaftlichen Grundlagen auf veralteten Gutachten beruhen und die Region unter zunehmender Trockenheit leidet.
Das bedrohte WaldstĂŒck befindet sich östlich des WerksgelĂ€ndes der Firma RAUCH FurchsĂ€fte (Google-Maps)
Dosenfabrik statt Wald?
ZusĂ€tzliche Empörung löst die geplante Rodung eines rund 17 Hektar groĂen WaldstĂŒcks aus. Dieses Waldgebiet â zum Teil in einem Wasserschutzgebiet gelegen â soll der neuen Dosenfabrik, LogistikflĂ€chen und Infrastruktur weichen. Das WaldstĂŒck befindet sich bereits im Firmenbesitz. Eine Rodung wĂ€re also jederzeit möglich.
Brisant ist dabei die Lage: Das Werk entsteht in einem ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebiet. Das Grundwasser, das hier gefördert wird, ist bis zu hundert Jahre alt und gilt als besonders hochwertig. Kritiker warnen, dass durch den industriellen Verbrauch ein wertvoller Schatz unwiederbringlich verloren gehen könnte â zumal die Genehmigungsgrundlage fĂŒr die Wasserentnahme auf einem fast 20 Jahre alten Gutachten beruht. Weder Klimawandel noch die zunehmende Trockenheit in Brandenburg sind darin berĂŒcksichtigt.
Besonders in der Kritik steht auch das Verfahren selbst: Viele Details der Absprachen zwischen Stadtverwaltung und Konzernen wurden unter Verschluss gehalten. Die BĂŒrgerinitiative kritisiert fehlende Transparenz und mangelnde demokratische Beteiligung. Der Bebauungsplan wurde trotz massiver EinwĂ€nde verabschiedet.
Widerstand vor Ort
Vor Ort regt sich inzwischen erheblicher Widerstand. Die BĂŒrgerinitiative âRessourcen-BĂŒndnis Baruthâ fordert ein Umdenken bei Politik und Unternehmen. âDie Menschen hier brauchen mehr Transparenz, mehr demokratische Mitbestimmung und den Einsatz aller fĂŒr den Schutz unserer wertvollen Ressourcenâ, sagt Katharina vom BĂŒndnis. âEs ist an der Zeit, den Erhalt unserer Natur endlich ĂŒber die wirtschaftlichen Interessen Einzelner zu stellen.â
Mit einer Petition fordert das BĂŒndnis die Stadt Baruth / Mark zu mehr Transparenz auf und sowie Stopp der geplanten Dosenfabrik: https://innn.it/red-bull-wasser-in-baruth.
Es ist an der Zeit, den Erhalt unserer Natur endlich ĂŒber die wirtschaftlichen Interessen Einzelner zu stellen.
Wem gehört unser Wasser?
Die Auseinandersetzung in Baruth ist lĂ€ngst mehr als eine lokale Debatte. Sie berĂŒhrt grundlegende Fragen: Welche PrioritĂ€t hat die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gegenĂŒber industriellen Interessen? Wer darf ĂŒber lebenswichtige Ressourcen entscheiden â internationale Unternehmen oder die betroffenen Menschen vor Ort?
WĂ€hrend Red Bull expandiert, sollen Natur und Bevölkerung zurĂŒckstecken. Doch der Widerstand wĂ€chst â und er sendet ein deutliches Signal: Die Zeit, in der wirtschaftliche Interessen ĂŒber die Natur gestellt werden, muss ein Ende haben.
Links
- RessourcenbĂŒndnis Baruth (BI):
- Website https://www.rb-baruth.de
- Instagram @rb.baruth
- Telegram @rbbaruth
- Petition: https://innn.it/red-bull-wasser-in-baruth
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