Phantasialand vs. „Ententeich“

Der Freizeitpark Phantasialand möchte sich vergrößern. NRW stellt dem Unternehmen dafür in einem Flächentauschvertrag ausgerechnet das Naturschutzgebiet Ententeich zur Verfügung. Lange hatte der Rat der Stadt Brühl das Vorhaben blockiert – nun wurde das Bauleitverfahren eingeleitet. Gegen den geplanten Ausbau protestieren Anwohner*innen und die Initiative NSG Ententeich.

Das 14,2 Hektar große Naturschutzgebiet „Ententeich“ in der Nähe von Brühl ist wichtig für das Stadtklima und den Arterhalt. Es ist nicht nur ein geschätztes Naherholungsgebiet, sondern eine bedeutende Kaltluftschneise und ein Wasserrückhaltgebiet bei Starkregenereignissen für Brühl. Es ist ein Gebiet vielfältiger Biotoparten, wie Laub-Mischwald mit Feuchtwaldanteilen, ca. 4 Hektar besonders artenreiches Flachmoor und ca. 1 Hektar Gewässer mit einem Röhrichtgürtel. Ca. 15.000 Bäume würden einer Bebauung zum Opfer fallen.

Naturräume wie diese sind genau das, was wir mitten in der Klimakrise und dem 6. großen Artensterben brauchen. Der Schutzstatus besteht seit über 30 Jahren, keine Ausgleichsfläche kann ihrem Namen gerecht werden und den Verlust eines gewachsenen, artenreichen und vielfältigen Biotops wie diesem kompensieren. 

Das Naturschutzgebiete „Ententeich“ befindet sich unmittelbar neben dem Freizeitparkgelände. Position: 50.798753, 6.875232 

Teurer Spaß für wenige statt Lebensraum für alle

Damit die Eigentümer des Phantasialands den Park erweitern dürfen, müsste die Stadt Brühl das Gelände zuvor baurechtlich umwidmen. Die Freigabe der Baufläche wird von CDU und FDP schon länger befürwortet, nun schwankt die SPD. Der Bürgermeister wäre Mehreinnahmen durch die Gewerbesteuer nicht abgeneigt. Die Phantasialand-Eigentümer nehmen Mehrtagestourist*innen in den Fokus und wollen sie mit einem luxuriösem Aquapark-Hotelresort und einer Theater- und Konzerthalle locken.

Die soziale Komponente wird dabei gerne verdrängt. Ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet ist für alle da. Es kann auch ohne Eintrittspreis genutzt werden, es bietet Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Die Nutzung eines Freizeitparks müssen Menschen sich leisten können, für viele junge Familien reicht es aber grade für Miete und notwendige Lebenserhaltungskosten. Geschützte Naturflächen binden CO2, ein Freizeitpark verursacht CO2.

Naturschutzgebiet "Ententeich" von oben

Naturschutzgebiete als Ressource für Privatwirtschaft?

Die beabsichtigte Bestandsaufnahme der Tier- und Pflanzenwelt durch den NABU Anfang diesen Jahres wurde vom Management des Freizeitparks verweigert. Die untere Naturschutzbehörde hatte dem Vorhaben zuvor zugestimmt. Wie ist das möglich in einem rechtsverbindlich festgesetztem Naturschutzgebiet? Mit dem Flächentauschvertrag zwischen dem Land NRW und dem privatwirtschaftlichen Unternehmen Phantasialand wird ein Präzedenzfall geschaffen, der auch überregional Beachtung finden sollte. Wird der Schutzstatus von Naturschutzgebieten bei privatwirtschaftlichen Begehrlichkeiten zukünftig leichtfertig aufgegeben? Naturschutz funktioniert nur, wenn die entsprechenden Flächen dauerhaft geschützt werden.

Breites Bündnis kämpft um den Ententeich

Um gegen die Zerstörung des Biotops vorzugehen, hat sich die Initiative NSG Ententeich, gegründet, der mittlerweile ein Dutzend Umweltorganisationen und Parteien angehören. Das Bündnis kündigte an, mit einem Bürgerbegehren gegen die Pläne vorzugehen. Rund 2.500 Unterschriften sind notwendig, um einen Bürgerentscheid zu ermöglichen.

Kontoverbindung Kampagnenkonto

Konto: Christine Hölzmann
IBAN: DE23 5001 0517 5459 9300 58
Bitte beachte: Leider können wir keine Spendenquittungen ausstellen.

Alle Spenden werden für die Erhaltung des NSG Ententeich ausgegeben.
Das können z. B. Flyer, Banner, Anzeigen oder juristische Beratung sein.

Sollten keine Kosten mehr für den Erhalt des NSG Ententeich anfallen, wird der verbliebene Kontostand an die beteiligten Naturschutzverbände ausgezahlt und das Konto aufgelöst.

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