
Ende Gelände kündigt massiven Widerstand gegen neue Gaskraftwerke an
Ende Mai Massenaktion im Ruhrgebiet geplant. Klima-Camp in Hamm vom 27. – 31. Mai 2026
Das Aktionsbündnis Ende Gelände kündigt für Ende Mai eine Massenaktion zivilen Ungehorsams gegen den Ausbau von Gaskraftwerken im Ruhrgebiet an. Damit knüpft das für seine großen Blockadeaktionen in Braunkohlegruben bekannt gewordene Bündnis an frühere Proteste an. Ende Gelände will auf die klimazerstörende Wirkung von fossilem Gas und auf die vielfachen weiteren Risiken hinweisen, die sich nach Ansicht des Aktionsbündnisses damit verbinden. Die Aktivist*innen wollen den schnellen Gasausstieg erreichen.
Tomke Jansen, Pressesprecherin von Ende Gelände, erklärt: „Gas ist eine Risikotechnologie. Der Krieg im Iran oder der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeigen uns: Fossiles Gas macht uns abhängig und erpressbar von Autokraten. Wer Gas importiert, treibt Energiepreise in die Höhe. Doch unter den hohen Preisen leiden nicht Reiche, Merz und Co, sondern wir Bürger*innen müssen die Gas-Eskalation aus eigener Tasche bezahlen. Dabei ist fossiles Gas ein Turbo der Klimakatastrophe. Das werden wir nicht zulassen. Ende Mai stellen wir uns wieder mit einer großen Massenaktion quer und sagen: Ende Gelände! Wer heute mit der Energiepolitik von vorgestern unsere Zukunft verfeuern will, muss weiter mit uns rechnen!“
Ende Mai stellen wir uns wieder mit einer großen Massenaktion quer und sagen: Ende Gelände!
Immer mehr Wirtschaftsexpert*innen warnen wegen des Kriegs in der Golfregion und den damit verbundenen weltweiten Lieferengpässe vor der Abhängigkeit und den Preisrisiken von Gas. Die Bundesregierung hält trotz dieser Risiken am Gasausbau fest und bewegt sich damit im Widerspruch zu den gesetzlichen Klimazielen. Das per Fracking gewonnene Flüssiggas, auf das die Regierung vor allem setzt, gilt als besonders klimaschädlich. Internationalen Studien zufolge heizt es das Klima um ein Drittel stärker auf als Kohle. Trotzdem plant das Wirtschaftsministerium etwa 20 neue Gaskraftwerke und will den Bau massiv subventionieren. Im Ruhrgebiet liegt mit fünf bereits angekündigten Kraftwerken ein Schwerpunkt des Gasausbaus.
Dazu Fran Leitner, ebenfalls Pressesprecherin von Ende Gelände: „Katherina Reiche war gerade noch Gaslobbyistin, jetzt sichert sie als Bundesministerin auf unsere Kosten die fossilen Supergewinne von RWE, Uniper und co. Und selbst ihre Argumentation holt sie sich am liebsten direkt bei Gas-Unternehmen selbst ab wie gerade bei EnBW. Diese Regierung und Konzerne sind Teil eines Systems der brutalen Naturzerstörung und Ausbeutung. Für gefracktes Flüssiggas werden Menschen von ihrem Land vertrieben und sensible Ökosysteme zerstört. Reiche beginnt das neue Jahr mit einem ganz besonderen Knall: Der deutsche Staatskonzern SEFE hilft unter ihrer Führung jetzt Argentiniens Kettensägen-Präsidenten Milei beim Erschließen einer der größten Frackinggasreserven der Welt in Vaca Muerta. Den Preis dafür zahlen die Menschen, die dort leben. Deshalb leisten sie Widerstand. Wir kämpfen mit ihnen und gegen das gesamte fossil-kapitalistische System. Solidarisch und antikolonial!“
Klima-Camp in Hamm geplant
Vom 27. bis 31. Mai 2026 wird es in Hamm im Ruhrgebiet ein großes Klimacamp mit vielfältigem Programm geben. Ende Gelände ist durch Massenaktionen rund um die deutschen Braunkohlereviere bekannt geworden, an denen sich meist mehrere tausend Menschen beteiligten. In den letzten Jahren hat das Bündnis immer wieder regional gegen den Ausbau von Gasinfrastruktur protestiert, beispielsweise gegen den Bau der LNG Terminals in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Sassnitz auf Rügen sowie zuletzt gegen einen Gasbohrturm im bayerischen Reichling. Im Ruhrgebiet setzt Ende Gelände diesen Widerstand nun mit gebündelten Kräften fort. Das Bündnis mobilisiert seit 2022 erstmals wieder bundesweit für eine groß angelegten Massenaktion.
Den Aufruf zu der Aktion mit mehr Informationen findet ihr hier: https://www.ende-gelaende.org/aktion-2026
