Pressemeldung 01.12. – Gutachten zur Wasserrahmenrichtlinie weist gravierende inhaltliche L├╝cken auf

Pressemeldung 01.12. – Gutachten zur Wasserrahmenrichtlinie weist gravierende inhaltliche L├╝cken auf

++ Gl├╝cksspiel mit der Trinkwasserversorgung: Gutachten zur Wasserrahmenrichtlinie weist gravierende inhaltliche L├╝cken auf ++

Eine heute ver├Âffentlichte wissenschaftliche Stellungsnahme kritisiert gravierende inhaltliche L├╝cken im sogenannten ‚ahu-Gutachten‘ zur europ├Ąischen Wasserrahmenrichtlinie. Da Bef├╝rworter*innen der A49 sich in ihrer rechtlichen Argumentation prim├Ąr auf dieses Gutachten beziehen, ist diese neue Einsch├Ątzung von gro├čer Relevanz f├╝r die Verantwortung der schwarz-gr├╝nen Landesregierung im Kampf um die Autobahn.

Der aktuelle Polizeieinsatz f├╝r die Rodungsarbeiten auf der geplanten Autobahntrasse findet direkt auf einem der wichtigsten Trinkwasserressourcen Mittelhessens statt. 500.000 Haushalte werden aus dem Gebiet rund um den Dannenr├Âder Forst mit Trinkwasser versorgt. Wird ihre sichere Trinkwasserversorgung durch den Bau gef├Ąhrdet? Die heute ver├Âffentlichte wissenschaftliche Stellungsnahme kommt zu dem Schluss, dass sich dies nicht ausschlie├čen lasse. Als besonders kritisch werden dabei u.a. die Sprengstoff-Altlasten im Boden sowie die Einleitestelle der Autobahnabw├Ąsser in das Grundwasser hervorgehoben.

Julian D. Rolfes vom Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk: „Nach aktuellem Wissensstand gibt es keine fachlich stichhaltige Begutachtung, die den Einfluss des Autobahnbaus auf das Trinkwasserschutzgebiet untersucht. Scheuer und Al-Wazir spielen mit dem Trinkwasser einer halben Million Menschen.“ Das Wald-statt-Asphalt-B├╝ndnis ver├Âffentlicht mit der Stellungnahme einen offenen Brief an die beiden Verkehrsminister, in welchem gefordert wird, alle Bem├╝hungen zur Realisierung des Autobahnbaus sofort zu stoppen: „Wissenschaftler*innen best├Ątigen heute erneut, was wir schon lange sagen: Al Wazir kann und muss die Rodung sofort beenden! Die schwarz-gr├╝ne Landesregierung muss Verantwortung f├╝r die sichere Trinkwasserversorgung in Hessen ├╝bernehmen und ein l├╝ckenloses Gutachten in Auftrag geben, bevor sie Fakten schafft.“, so Charlie Linde vom B├╝ndnis.

R├╝ckfragen bitte an:
Julian D. Rolfes, rolfes@kofo.mpg.de
Charlie Linde, 015787310728


Link zur Stellungnahme:
https://wald-statt-asphalt.net/de/wsa-stellungnahme-wasserrahmenrichtlinie/

Autor*innen des kritischen Kommentars zum ahu-Gutachten (alphabetisch sortiert):
Dr. Anne Archinal (Aktionsgemeinschaft ÔÇ×Rettet den BurgwaldÔÇť, Schutzgemeinschaft Vogelsberg)
Dr. Wolfgang Dennh├Âfer (BUND Vogelsberg)
Karl Hofmann, M.Sc. (Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk)
Mirjam Krieger, B.A. (Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk)
Reiner Nau, Dipl.-Psych. (B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen Kirchhain)
Julian D. Rolfes, M.Sc. (Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk; Albert-Hofmann-Institut f├╝r physiochemische Nachhaltigkeit)
Felix Temmesfeld, M.Sc. (Hochschule f├╝r Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Dr. Natalie Uomini (Max-Planck-Nachhaltigkeitsnetzwerk)
Dr. Hans Otto Wack (Schutzgemeinschaft Vogelsberg, Umweltb├╝ro Schotten)


Hintergr├╝nde zur Diskussion rund um die Wasserrahmen-Richtlinie

23.06.2020 – Bundesverwaltungsgericht in Leipzig stellt fest, dass der Planfeststellungsbeschluss zwar rechtens ist, aber mangelhaft: Die Einsch├Ątzung bzgl. der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde nie get├Ątigt.

28.09.2020 – DEGES gibt ein Gutachten bei der ahu GmbH in Auftrag, welches kurz vor Rodungsbeginn publiziert wird („ahu-Gutachten“).

27.10.2020 – RegioConsult publiziert einen knappen Monat sp├Ąter ein Gegengutachten, in welchem die Fehler des ahu-Gutachtens diskutiert werden.

Mitte November 2020 – Das Bundesverwaltungsgericht schickt dem BUND als Kl├Ąger*in die schriftliche Begr├╝ndung des Urteils, in welchem die inhaltliche Fehlstelle aufgezeigt wird.

23.11.2020 – BUND ver├Âffentlicht eine Pressemitteilung, in der die Urteilsbegr├╝ndung diskutiert und die angesprochene Fehlstelle hervorgehoben wird.

25.11.2020 – Das hessische Ministerium f├╝r Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) ver├Âffentlicht eine Pressemitteilung, in welchem sie sich auf das ahu-Gutachten beziehen und sich von dem RegioConsult-Gegengutachten distanzieren.

27.11.2020 – RegioConsult ver├Âffentlicht eine Presseerkl├Ąrung zur Pressemitteilung des HMWEVW, in welchem sie die – ebenfalls inhaltliche – Kritik an dem ahu-Gutachten erneut kondensieren.

01.12.2020 – WSA ver├Âffentlicht unabh├Ąngige wissenschaftliche Stellungnahme zu den inhaltlichen M├Ąngeln des ahu-Gutachtens: Auf Grundlage dieses Gutachtens kann keine fachliche Beurteilung zur Sicherheit des Trinkwassers erfolgen.

top