
„Pirat*innen“ besetzen Kohlebagger im Tagebau Hambach
In den frĂŒhen Morgenstunden des 26.09.besetzten einige „Pirat*innen“ einen Kohlebagger im Tagebau Hambach, und streamten dies auf Instagram. Derzeit steht ein Teil der FlieĂbĂ€nder des Tagebaus still.
Die Aktivist*innen hissten Banner mit der Aufschrift „Kohlebagger entern, Kapitalismus kentern“ und „Shut Down Capitalism. Save the planet. Install Anarchism“, auĂerdem fĂŒhrten sie diverse Pirat*innen Accesoires mit sich. Die Aktion richtet sich gegen die bevorstehende Rodung eines Teils des Hambacher Waldes durch den Kohlekonzern RWE, um einen Yachthafen am Rand des Tagebau Hambach zu erbauen. Parallel zur Baggerbesetzung war ein Gerichtsprozess gegen Aktivist*innen, welche 2023 bereits einen Kohlebagger besetzten, am Landgericht Köln angesetzt, dieser wurde jedoch kurzfristig vertagt.
Pirat*in Jessie erlĂ€utert: „Am Thema Wasser zeigt sich, dass immer noch die Profitinteressen von RWE ĂŒber BedĂŒrfnissen von Menschen und Natur stehen. Die Klimakrise, welche von der Braunkohleindustrie mit verursacht wird, trĂ€gt zu Trockenheit bei. Gleichzeitig verknappt sich ĂŒberlebenswichtiges Wasser durch Quatsch-Projekte von RWE, wie zum Beispiel den Tagebau Hambach zu fluten und einen Yachthafen darin zu bauen. Durch chemische Reaktionen wird das Wasser im Tagebau so versauern, dass sogar die Verantwortlichen bei RWE hier lieber nicht ĂŒber die Planke gehen wollen!“
Durch die Aktion solidarisieren sich die Pirat*innen auch mit der Waldbesetzung „SĂŒndi bleibt“. Der SĂŒndenwald sichert die Frischwasserversorgung des letzten Rests des Hambacher Waldes, in welchem es seit ĂŒber 10 Jahren immer wieder Bestzungen gibt. Der SĂŒndenwald wurde im Herbst letzten Jahres mit BaumhĂ€usern besetzt, eine RĂ€umung und Rodung wird in den nĂ€chsten Wochen erwartet. AnschlieĂend plant RWE unter dem Wald Kies abzubauen und daraus eine Insel aufzuschĂŒtten.
Die Pirat*innen sehen darin ein systemisches Problem: „Es sagt viel ĂŒber unser Wirtschaftssystem aus, dass es profitabel ist WĂ€lder zu roden und Dörfer einzureiĂen, um giftige Seen zu fĂŒllen, YachthĂ€fen und Luxusapartments zu bauen, und Inseln aufzuschĂŒtten. Wir brauchen eine Orientierung an tatsĂ€chlichen BedĂŒrfnissen, das heiĂt: zahlbarer Wohnraum, intakte Ăkosysteme und Kohleausstieg jetzt! Dieses Projekt darf nicht passieren, darum blockieren wir die Zerstörung hier und heute mit unseren Körpern.“
Eine RĂ€umung der Besetzung wird jederzeit erwartet.
Mehr ĂŒber die Besetzung im SĂŒndi unter https://wald-statt-asphalt.net/suendi-bleibt/

