
Vossi bleibt zivil!
Aktuelle Bedrohungslage
Besetzung ist als Versammlung anerkannt
07.08.2026 Die Besetzung ist als Versammlung anerkannt. Die Bäume sind nicht rodungsbedroht. Eine Absichtserklärung zum Verkauf des Geländes wurde am 11.06.2026 vom Stadtrat verabschiedet.
Besetzung auf dem MFG-5-Gelände in Kiel
In der Nacht vom 27. auf den 28.10.2025 errichteten Aktivist*innen der Turboklimakampfgruppe (TKKG) auf dem MFG5-Gelände in Kiel-Holtenau auf Bäumen eine Plattform, die sie seit dem besetzt halten. Sie protestieren mit der Aktion gegen den drohenden Verkauf des Geländes durch die Stadt Kiel an die Bundeswehr. Sie setzen sich dafßr ein, dass das Gelände als allen Menschen zugänglicher und vielfältiger Ort erhalten und entsprechend gestaltet wird.
Unter dem Aktionsnamen âVoĂbrook fĂźr alle â MFG-5 bleibt zivil.â haben die Aktivist*innen eine Baumgruppe nahe dem Ufer der FĂśrde besetzt. Eine Mahnwache am Boden unterstĂźtzt die Besetzer*innen, mĂśchte informieren und lädt dazu ein, sich mit dem Protest zu solidarisieren. Mit der Aktion mĂśchten sie die zahlreichen, bereits bestehenden Initiativen, die sich gegen den Verkauf richten, unterstĂźtzen und zusätzlichen politischen Druck aufbauen. Auf Transparenten kritisieren sie auch die angekĂźndigten KĂźrzungen im Sozialbereich, während gleichzeitig hohe Milliardenbeträge in die AufrĂźstung flieĂen. Sie befĂźrchten eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft mit negativen Folgen fĂźr die Demokratie.
Position des Besetzten Baumgruppe: 54.376080, 10.159249 (Link zu Google Maps), nahe dem MFG 5 Skatepark
âAus dem Rathaus heiĂt es, Kiel mĂźsse Verantwortung Ăźbernehmen und seinen Teil zur Landesverteidigung leisten. Aus unserer Sicht soll die Stadt jedoch ein sicherer, lebenswerter Ort fĂźr alle sein und nicht dazu dienen, der Bundeswehr Raum und ansonsten perspektivlose Menschen als Rekrut*innen zu liefern. Die Kieler Haushaltssperre hat bereits dazu gefĂźhrt, dass Projekte fĂźr benachteiligte Jugendliche, GeflĂźchtete, Frauen und behinderte Menschen gekĂźrzt oder ganz gestrichen wurden. Der soziale Kahlschlag auf Bundesebene drängt die Ărmsten in der Gesellschaft in die Wohnungslosigkeit.â, kritisiert Aktivistin Mira Schneider.
Der VoĂbrook war bis 2012 Standort des Marinefliegergeschwaders 5. Seit seinem Abzug aus Kiel laufen die Planungen der Stadt, die das Gelände 2020 schlieĂlich kaufte, um dort ein neues Stadtquartier mit umfangreichen Wohn- und Gewerbeflächen umzusetzen. Dabei setzte die Stadt auf die Beteiliung und die Einbindung der BĂźrger*innen und versprach viel: Raum fĂźr gemeinschaftÂliches Handeln, fĂźr Vielfalt und Naturverbundenheit. Derzeit befindet sich das Gelände in der sogenannten âZwischennutzungâ. In den ehemaligen Kasernen wohnen geflĂźchtete Menschen, ein Skatepark und ein Jugendtreff sind entstanden. Auch haben hier der Wagenplatz âSchlaglochâ, der sich als alternativer Kultur-, Bildungs- und Wohnort versteht, und der FC Holtenau 07 eine neue Bleibe gefunden.

Aus einem Gespräch am Freitag zwischen OberbĂźrgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und der Bundeswehr wurde nun bekannt, was konkret geplant ist: groĂe Teile des Seebataillons sollen nach Holtenau verlegt werden. UrsprĂźnglich als defensive Sicherungseinheit strukturiert, wird diese im Zuge der sogenannten Zeitenwende zu einer offensiven Einheit, u.a fĂźr den âmaritimen Jagdkampfâ, vergrĂśĂert. HierfĂźr soll das Gelände fĂźr etwa eine Milliarde Euro erneut zum StĂźtzpunkt ausgebaut werden. Hinzu kommt die Anschaffung zahlreicher neuer Waffensysteme, die mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen.
âDie Stationierung von Offensivtruppen und die mitten in der Stadt befindliche Produktion schwerer Kriegswaffen, die immer weiter ausgebaut wird, gefährdet nicht nur die Zivilist*innen in Kiel. Krieg beginnt hier. Während sich Deutschland gegenĂźber denen abschottet, die vor der mĂśrderischen Gewalt fliehen, tĂśten und bedrohen Waffen aus Kiel Menschen weltweit. Sowohl die TĂźrkei, als auch Israel begehen schwerste Menschenrechtsverletzungen bis hin zum Genozid â und dennoch liefert Deutschland weiter Waffen. Als Kieler*innen kĂśnnen wir nicht tatenlos zusehen und protestieren daher lautstark und entschieden dagegen.â, meint Aktivist Mark Thelen.
Laut den Aktivist*innen geht vom ehemaligen MFG-5 Gelände eine groĂe Symbolwirkung aus. Es stehe fĂźr LĂśsungsansätze auf drängende Fragen nach Mit- und Selbstbestimmung, Sozialer Gerechtigkeit, Wahrung und Schutz von Menschenrechten und von Lebensgrundlagen, wie Wohnraum und Klimagerechtigkeit. Dem gegenĂźber stehe eine von Krieg und Flucht geprägte, unsichere Zukunft, deren Grundlage die geplante AufrĂźstung bilde.
âWir laden alle ein, sich der Besetzung anzuschlieĂen oder eigene Aktionen zu starten. Lasst uns den VoĂbrook weiter zu einem Ort machen, der fĂźr alle da ist â und lasst uns verhindern, dass er in Zukunft im Zeichen der Zeitenwende fĂźr AufrĂźstung, Gewalt und ZerstĂśrung steht.â, so Aktivistin Mira Schneider.
Bevor ihr vorbeikommt, meldet euch gern kurz bei den Besetzis, zum Beispiel per Mail (PGP auf Anfrage). So wissen Menschen, dass ihr kommt und kÜnnen sich darauf einstellen. Am Wochenende sind Üfter Veranstaltungen an der Besetzung. Schaut auch gerne vorbei, wenn ihr einfach mal Ruhe und ein bisschen Meer zur Erholung braucht (Baden ist in 50m Entfernung mÜglich).
- E-Mail vossi@systemli.org
- Instagram @mfg5.bleibt.zivil
- Mastodon @MFG5_bleibt_zivil
- PressebĂźro +49 1521 36 31 195
- Pressemitteilung zur Besetzung: https://tkkg.noblogs.org/
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