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Pressemeldung 16.11. – Polizei verursacht weiteren schweren Unfall

++ Polizei verursacht weiteren schweren Unfall ++ Polizei gibt Schuld am gestrigen Tripod-Unfall zu ++ Wald-Statt-Asphalt-BĂŒndnis spricht von vorsĂ€tzlicher gefĂ€hrlicher Körperverletzung in beiden FĂ€llen

Das BĂŒndnis „Wald Statt Asphalt!“ wirft den EinsatzkrĂ€ften fĂŒr die RĂ€umung der Besetzung im Dannenröder Wald vorsĂ€tzliche gefĂ€hrliche Körperverletzung vor und fordert nach der erneuten Verletzung eines Menschen im Dannenröder Wald den sofortigen Stopp der RĂ€umungs- und Rodungsarbeiten.

Nachdem bereits am Sonntag ein Mensch durch die Polizei schwer verletzt wurde, kam es im Zuge der heutigen RĂ€umung zu einem weiteren Sturz eines Menschen aus großer Höhe. Gegen 13 Uhr nĂ€herten sich Forstarbeiter*innen zwei BĂ€umen, zwischen denen eine Person in einem Seil hing. Trotz verschiedener Zurufe Umstehender fĂ€llten sie einen der BĂ€ume, woraufhin die Person in einem Pendelsturz fĂŒnf Meter in die Tiefe stĂŒrzte. Der aktuelle Gesundheitszustand des Menschen ist unklar.

Inzwischen gab die Polizei ihre Schuld an dem gestrigen Sturz einer Aktivistin zu. Die Polizei spricht von fahrlĂ€ssiger Körperverletzung durch einen Polizisten. Das BĂŒndnis Wald-statt-Asphalt wirft den Verantwortlichen allerdings in beiden FĂ€llen vorsĂ€tzliche gefĂ€hrliche Körperverletzung vor.

Luise Stark, eine Aktivistin, die schon ein Jahr in der Besetzung lebt und die Tripods mitaufgebaut hat, zu dem Tripod-Unfall: „Wir wissen, dass sich Aktivist*innen in eine gefĂ€hrliche Situation begeben, wenn sie Tripods besetzen. Aus diesem Grund ist jeder Tripod mit einem Schild ausgestattet, auf dem die Funktionsweise von Tripods erklĂ€rt wird. Im ganzen Wald befinden sich mindestens 100 solcher Schilder. Diese muss die Polizei bei ihren zahlreichen StreifzĂŒgen durch den Wald gesehen haben. Zudem riefen zahlreiche Umstehende den EinsatzkrĂ€ften zu, dass sie eine Person gefĂ€hrden wĂŒrden. Von wegen ‚Sicherheit vor Geschwindigkeit‘: Die Polizei wusste genau, was sie tut, als sie dieses Seil durchschnitten haben!“

„Die vielfachen Verletzungen bei der RĂ€umung der Besetzung im Dannenröder Wald zeigen, dass die Polizei extrem riskantes Vorgehen an den Tag legt. Die Schwarz-GrĂŒne Landesregierung scheint bereit zu sein, diese RĂ€umung auf Biegen und Brechen durchzusetzen und dabei Verletzte in Kauf zu nehmen. Dass es noch keine TodesfĂ€lle gab, ist nur GlĂŒck. Die Situation muss komplett neu evaluiert, die Einsatzleitung ausgetauscht und die Rodung sofort abgebrochen werden!“, sagt Scully von Ende GelĂ€nde. „Es reicht! Hier & jetzt muss Schluss sein.“

Die vermehrten UnfĂ€lle im Dannenröder Wald zeigen die Brisanz der Lage im Konflikt um die umstrittene Autobahn 49. „Warum ist es in Ordnung, das Pariser Klimaschutzabkommen zu brechen, aber nicht einen Straßenbauvertrag? Dass die schwarz-grĂŒne Landesregierung diese RĂ€umung angeordnet hat, ist angesichts der steigenden Coronazahlen und der GefĂ€hrdung von Menschenleben absolut unverantwortlich. Die einzige Lösung ist ein sofortiger Rodungsstop!“, sagt Charlie Linde vom Wald-Statt-Asphalt-BĂŒndnis.

Pressekontakt:Lilly Claudi: 01733226449Charlie Linde: 015787310728

Hintergrundinfos:
Video des Vorfalls, das Audio zeigt die Warnungen:
https://twitter.com/Druebenlife/status/1328305142777704449
Statement vor Ort:
https://twitter.com/keinea49/status/1328319177946443777