BMW-Autobahn verhindern! Hasenbergl verteidigen!

BMW-Autobahn verhindern! Hasenbergl verteidigen!

BMW will einen Autobahnanschluss durch eines der sozial benachteiligtsten Viertel M├╝nchens, das Hasenbergl, bauen lassen. Es sollen Gru╠łnstreifen, Parks, Sport- und Spielpl├Ątze fu╠łr mehr Abgase, L├Ąrm und eine riesige Tunnelbaustelle platt gemacht werden.

Wir werden das nicht einfach so zulassen und k├Ąmpfen als Kampagne „BMW-Autobahn verhindern! Hasenbergl verteidigen!“ gegen die Pl├Ąne von BMW, SPD und Gr├╝ne und f├╝r ein System, in dem nicht die Profite entscheiden, was, wie, wo gebaut wird, sondern wir.

Keine BMW-Autobahn ÔÇô nicht durchs Hasenbergl und nirgendwo! Kostenloser ├ľPNV jetzt!

Offener Brief vom 18. Mai 2022

Liebe M├╝nchner:innen, sehr geehrte Stadtratsfraktionen,

Abgase, L├Ąrm, Stress, Stau ÔÇô der Autoverkehr belastet unsere Stadt ├╝berm├Ą├čig und verbraucht wertvolle Fl├Ąchen. Die Klimakrise entzieht bereits jetzt Menschen ihre Lebensgrundlagen wie etwa an der Rekordhitze in Indien zu sehen ist. Angeheizt wird diese durch den Verkehrssektor, der in Deutschland etwa 20% der CO2-Emissionen ausmacht. (1) Um die Klimakrise ernsthaft einzud├Ąmmen, muss die Autoinfrastruktur drastisch zur├╝ckgebaut werden. Doch im Hasenbergl zeigt sich derzeit, dass dies nicht im Interesse der Autokonzerne liegt: So setzt BMW derzeit den Stadtrat unter Druck, mitten durch die Parks des Viertels einen Autobahnzubringer von der Schlei├čheimerstra├če an die A99 zu bauen. (2) Anstatt also die dringend angezeigte Mobilit├Ątswende mit sozial gerechtem ├ľPNV und Radinfrastruktur voranzutreiben, sollen Frischluftschneisen und Naherholungsorte einer weiteren Gro├čstra├če mit entsprechenden Umweltkonsequenzen weichen.

Entgegen absurden Behauptungen, eine neue Stra├če w├Ąre wegen weniger Stau klimafreundlich, zeigt der Verkehrsentwicklungsplan Oberschlei├čheim, dass sich der Verkehr an der n├Ârdlichen Schlei├čheimerstra├če durch den geplanten BMW-Autobahnanschluss sogar mehr als verdoppeln w├╝rde. (3) Laut Machbarkeitsstudie 2012 ist ein Tunnel durch das Hasenbergl verkehrstechnisch nicht sinnvoll. (4) Bei der Baustelle f├╝r den Autobahnzubringer durch das Hasenbergl entstehen vielmehr weitere ├Âkologische Sch├Ąden: Teile des naheliegenden Waldes m├╝ssten gerodet werden, immense Mengen an Ressourcen wie etwa Beton und Kies w├╝rden verschwendet und sowohl Bau als auch Betrieb w├╝rden enorme Mengen an CO2 emittieren. Etwa 710 klimaneutralisierende B├Ąume (5) w├╝rden zerst├Ârt und auch die einzigartige, als gesch├╝tzter Landschaftsbestandteil ausgewiesene ÔÇťSaatkr├ĄhenkolonieÔÇŁ (6) w├Ąre betroffen. Im Englischen Garten wurde der Tunnelbau aufgrund der Baumzerst├Ârung gestoppt (7) ÔÇô der gleiche Ma├čstab muss f├╝r das Hasenbergl gelten.

Die Anwohnenden im Hasenbergl berichten davon, dass sie immer wieder als ÔÇťsozialer BrennpunktÔÇŁ abgestempelt und ├╝bergangen werden. Auch hat die B├╝rger:innenversammlung schon 2012 eine Anbindung der Schlei├čheimer Stra├če an die A99 abgelehnt. (8) Eine jahrelange Baustelle mitten durch ihr Viertel w├╝rde f├╝r viele den Verlust von Orten der Begegnung und Erholung bedeuten. Gerade durch die enge Wohnsituation ohne Privatg├Ąrten sind die Parks, Spiel- und Sportpl├Ątze besonders wichtig. Durch die Baustelle w├Ąren zudem soziale Einrichtungen wie Kinderg├Ąrten und Pflegeheime, neu gebaute Br├╝cken oder auch die Fahrradroute Feldmoching-Oberschlei├čheim betroffen. Da das Hasenbergl eine niedrige Kfz/Haushalt-Quote aufweist, n├╝tzt den Anwohnenden die Stra├če herzlich wenig ÔÇô im Gegenteil: Die Abgase im Viertel steigen, die Verkehrssicherheit sinkt. Der einzige Profiteur ist BMW: Der Konzern kann auf neuen Stra├čen noch mehr seiner Produkte rollen lassen und seinen G├╝terverkehr in die Liegenschaften abwickeln.

Die Gr├╝nen sprachen zuletzt von Kosten in der H├Âhe von 1,2 Mrd. Euro f├╝r die Steuerzahler:innen (9), w├Ąhrend Oberb├╝rgermeister Reiter absurderweise meint, BMW h├Ątte durch Steuerabgaben bereits f├╝r die BMW-Stra├če bezahlt. (10) Steuern sind kein Freifahrtschein daf├╝r, die Umwelt zu zerst├Âren. BMWs Drohung, 6000 Arbeitspl├Ątze nicht zu verwirklichen, wirkt wie ein Versuch, die Klimabewegung und Besch├Ąftigte zu spalten und davon abzulenken, dass die Eigent├╝mer:innen der Autokonzerne nicht an einer klimafreundlichen und sozial gerechten Konversion der Industrie interessiert sind.

Es gibt bereits viele Konzepte f├╝r klimagerechte Mobilit├Ąt: Ein Gro├čteil der Autoinfrastruktur kann schnell in sichere Fu├čwege, Fahrradstra├čen und Radstellpl├Ątze umgewidmet werden. Durch den Ausbau eines kostenlosen, barrierefreien ├ľPNV wird nachhaltige Mobilit├Ąt f├╝r alle zug├Ąnglich. Moderne Logistik kann ├╝ber Schienen gel├Âst werden. Wir stehen f├╝r ein Aus der BMW-Autobahn im M├╝nchner Norden. Egal ob durch das Hasenbergl oder durch den Wald ÔÇô wer mehr Stra├čen s├Ąht, erntet mehr Verkehr! Wir stehen f├╝r eine klimagerechte, sozial gerechte Mobilit├Ąt, die sich an den Bed├╝rfnissen der Menschen orientiert und nicht an der Profitmaximierung der Konzerne auf Kosten des Gemeinwohls. Da einige Stadtratspolitiker:innen bereits Zustimmung zur BMW-Autobahn ge├Ąu├čert haben, m├Âchten wir hiermit unsere Mitmenschen zum gemeinsamen Protest mit den Anwohnenden des Hasenbergls auffordern. Gemeinsam zeigen wir, wem die Stadt geh├Âren muss!

Zum Offenen Brief und der Liste der Unterzeichner:innen

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