IAA-Gegner:innen rufen zu Protestwoche in MĂŒnchen auf

Die AktionsbĂŒndnisse Sand im Getriebe, No Future for IAA und SmashIAA, sowie das MobilitĂ€tswende-Camp und die Demo-Organisation rufen angesichts der IAA 2023 zu breiten Protesten unter dem Motto #blockIAA auf.

Der Autolobbyverband VDA wird auch 2023 die meisten großen PlĂ€tze der Stadt fĂŒr die IAA nutzen. Dies sorgte bereits 2021 fĂŒr Kritik und Proteste, an die verschiedene Akteure anschließen wollen. Sie kritisieren, dass die IAA sich mit interaktiven Formaten und „AlibifahrrĂ€dern“ als demokratisch und nachhaltig inszeniert, obwohl sie in HinterzimmertĂŒrgesprĂ€chen ohne zivilgesellschaftliches Mitspracherecht fĂŒr 3 Jahre festgezurrt wurde und den Interessen der klimazerstörenden Autokonzernen dient.

Die AktionsbĂŒndnisse Sand im Getriebe, No Future for IAA und SmashIAA planen mit Aktionen des zivilen Ungehorsams den Ablauf der IAA zu stören. Sie wollen dabei zeigen, wie der Kapitalismus Autokonzerne zu Profiteuren von Klimakrise, neokolonialer Ausbeutung und AufrĂŒstung macht. So wird auf der Pressekonferenz die chilenische Gruppe OPSAL erklĂ€ren, dass ein reiner Antriebswechsel hin zur ElektromobilitĂ€t auch aufgrund des Lithiumabbaus weder nachhaltig noch sozial gerecht ist und wie Menschen im globalen SĂŒden gegen die Folgen vor Ort kĂ€mpfen.

Die Konzerne […] zerstören mit ihrem Wachstumszwang schon heute die Leben unzĂ€hliger Menschen weltweit, und deswegen stellen wir uns ihnen in den Weg.

Luise Weil, Sand im Getriebe

Dazu meint Luise Weil, Sprecherin von Sand im Getriebe: „Die Autokonzerne vertreten einen Verkehr aus leeren Versprechen von gestern. Sie drĂŒcken uns eine MobilitĂ€t auf, die nur dazu dient, Geld auf die Konten einiger weniger zu pumpen, mit immer mehr und immer grĂ¶ĂŸeren Autos, immer mehr Stau, immer mehr Pendeln. Eine gerechte und gute MobilitĂ€t fĂŒr Alle, die uns verbindet, und unsere Lebensgrundlagen nicht mit FĂŒĂŸen tritt ist möglich und in Zeiten der Klimakrise absolut notwendig. Die Konzerne stehen dieser im Weg, sie zerstören mit ihrem Wachstumszwang schon heute die Leben unzĂ€hliger Menschen weltweit, und deswegen stellen wir uns ihnen in den Weg.“

Lou Schmitz von No Future for IAA fĂŒgt hinzu: „WĂ€hrend der IAA wird die halbe Innestadt zur AusstellungsflĂ€che umfunktioniert. Der urbane Raum wird fĂŒr die Profite der Autoindustrie privatisiert, wĂ€hrend das Leben in MĂŒnchen fĂŒr immer mehr Menschen unbezahlbar wird. Wir kĂ€mpfen fĂŒr eine Stadt, die nach den BedĂŒrfnissen der Menschen ausgerichtet wird, die hier leben.“

Und Mira Klein von smashIAA ergĂ€nzt die Kritik: „FĂŒr ihre Profite nehmen die Autokonzerne nicht nur die Zerstörung unseres Planeten in Kauf, sondern schrecken auch nicht vor mörderischen GeschĂ€ften mit MilitĂ€rfahrzeugen und Waffen zurĂŒck. Und wĂ€hrend wir uns das Heizen und unser Essen nicht mehr leisten konnten, fuhren sie Rekordgewinne ein. FĂŒr eine klimagerechte und soziale Zukunft können wir uns nicht verlassen auf Politik, Bosse und leere Worte. Wir werden mit unseren kreativen Aktionen gegen die IAA zeigen, dass wir uns gegen ihr System zu Wehr setzen und dass eine andere Welt, ohne Ausbeutung von Mensch und Natur möglich ist.“

Aktivist:innen sollen bundesweit anreisen und im MobilitĂ€tswendecamp ĂŒbernachten und gegen Spende kollektiv Gekochtes essen können. Das Camp versteht sich als Plattform fĂŒr unterschiedliche Positionen, die in Workshops und VortrĂ€gen diskutiert werden. FlĂ€chengerechtigkeit ist fĂŒr die Organisator:innen von besonderer Bedeutung. Dazu meint Vanessa Probst von der Camp Orga: „Das Camp nimmt sich den Raum, der uns allen gehört. Wir lassen uns nicht von der IAA und den Behörden vertreiben! In Zeiten der Klimakrise mĂŒssen wir MobilitĂ€t, die alle Menschen abholt, neu denken. Dazu findet sich auf unserem Camp ein breites Bildungsangebot.“

Die #blockIAA-Demo-Organisation sieht in der IAA ein Symptom der heutigen Zeit, denn die Vermarktung fĂŒr Autokonzerne werde ĂŒber die Interessen der Allgemeinheit gestellt. Dies sollen verschiedene RedebeitrĂ€ge von Leiharbeiter:innen in der Automobilbranche, ÖPNV-BeschĂ€ftigte, einer Inklusionsaktivistin und weiteren zeigen. Lisa Poettinger sagt: „Unsere zentrale Frage ist: FĂŒr wen wird hier eigentlich Politik gemacht? Die IAA steht dafĂŒr, dass Konzerne weiterhin auf Kosten von Menschenrechten und effektiven Klimaschutz Profite machen dĂŒrfen.“

WeiterfĂŒhrende Links und Termine

Auch Wald statt Asphalt wird mit einem Vortrag auf dem Mobiwende-Camp in MĂŒnchen vertreten sein. Wichtige Termine im Überblick:

04.09.2023, 10 Uhr: Pressekonferenz auf dem MobilitÀtswende-Camp

05. – 10.09.2023: MobilitĂ€tswende-Camp in MĂŒnchen

08.09.2023, 11 Uhr: Wald statt Asphalt: Gemeinsam gegen die Rodung. Vortrag auf dem Mobiwende-Camp

10.09.2023, 11 Uhr: #BlockIAA Demo in MĂŒnchen

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